
AUD/USD legt am Mittwoch um 0,40 % zu, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen unverändert belassen hat. Fed-Chef Kevin Warsh deutete unterdessen an: „Wir haben unsere Bereitschaft deutlich gemacht, so zu handeln, wie es die Umstände erfordern, und unseren Handlungswillen unter Beweis gestellt.“ AUD/USD notiert bei 0,7053.

Das wichtigste Ereignis der Woche ist vorüber, und die Finanzmärkte nahmen die Entscheidung der Fed sowie Warshs Äußerungen gelassen auf. Die Geldmärkte hatten mit unveränderten Zinsen gerechnet. Auf der Pressekonferenz bekräftigte Warsh die Entschlossenheit des Ausschusses, die Inflation auf das Fed-Ziel von 2 % zurückzuführen.
Zudem erklärte er, die geldpolitische Straffung zeige Wirkung, vermied es jedoch, die Finanzierungsbedingungen als restriktiv zu bezeichnen. Warsh sagte, es gebe kein „weiches Inflationsziel“, und betonte, das Preisstabilitätsziel liege bei 2 %, gemessen am Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE).
Zuvor hatte die Fed in ihrer geldpolitischen Erklärung festgestellt, dass die Wirtschaftsaktivität robust sei und der Beschäftigungszuwachs „mit der Entwicklung des Arbeitskräfteangebots Schritt gehalten“ habe. Trotz der hohen Inflation werde sie weitere Daten abwarten, um den angemessenen geldpolitischen Kurs zu beurteilen.
Abgesehen von der Fed-Entscheidung standen keine weiteren Termine auf dem Kalender. Laut Prime Terminal preiste der Swapmarkt eine Wahrscheinlichkeit von 85 % für eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Dezember ein.

In Australien stieg die am getrimmten Mittel des Verbraucherpreisindex gemessene Jahresinflation im September von 3,5 % auf 3,7 % und untermauerte damit die Argumente für eine weitere Zinserhöhung. Nach der Datenveröffentlichung erklärte Hauser, der stellvertretende Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), die „Inflation ist zu hoch“.
Die Analysten von ANZ erklärten in einer Mitteilung, sie rechneten im November mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte und „erwarten Aufwärtsrevisionen der Inflationsprognosen der RBA, die im geldpolitischen Bericht (SMP) im November veröffentlicht werden“.
In Australien stehen keine Veröffentlichungen an. In den USA ist der Kalender dagegen gut gefüllt: Veröffentlicht werden das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, der Kern-PCE-Preisindex, die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den australischen Dollar (AUD) ist das von der Reserve Bank of Australia (RBA) festgelegte Zinsniveau. Da Australien reich an Rohstoffen ist, spielt auch der Preis seines wichtigsten Exportguts, Eisenerz, eine zentrale Rolle. Weitere Faktoren sind die Verfassung der chinesischen Wirtschaft als größtem Handelspartner Australiens sowie die Inflation, das Wirtschaftswachstum und die Handelsbilanz Australiens. Auch die Marktstimmung ist von Bedeutung: Investieren Anleger verstärkt in risikoreichere Anlagen (Risk-on) oder suchen sie sichere Häfen (Risk-off)? Eine höhere Risikobereitschaft wirkt sich positiv auf den AUD aus.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem sich australische Banken untereinander Geld leihen können. Dies wirkt sich auf das Zinsniveau in der gesamten Wirtschaft aus. Das Hauptziel der RBA besteht darin, durch Zinserhöhungen oder -senkungen eine stabile Inflationsrate von 2–3 % aufrechtzuerhalten. Im Vergleich zu anderen großen Zentralbanken relativ hohe Zinsen stützen den AUD, während relativ niedrige Zinsen den gegenteiligen Effekt haben. Die RBA kann die Kreditbedingungen außerdem durch quantitative Lockerung oder Straffung beeinflussen. Erstere belastet den AUD, Letztere stützt ihn.
China ist Australiens größter Handelspartner. Daher hat die Verfassung der chinesischen Wirtschaft erheblichen Einfluss auf den Wert des australischen Dollars (AUD). Entwickelt sich Chinas Wirtschaft gut, kauft das Land mehr Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen aus Australien. Dadurch steigt die Nachfrage nach dem AUD und damit auch sein Wert. Das Gegenteil gilt, wenn die chinesische Wirtschaft langsamer wächst als erwartet. Positive oder negative Überraschungen bei den chinesischen Wachstumsdaten wirken sich daher häufig unmittelbar auf den australischen Dollar und seine Währungspaare aus.
Eisenerz ist Australiens wichtigstes Exportgut. Laut Daten aus dem Jahr 2021 beläuft sich sein jährlicher Exportwert auf 118 Milliarden Dollar, wobei China der wichtigste Abnehmer ist. Der Eisenerzpreis kann daher den Kurs des australischen Dollars beeinflussen. Steigt der Eisenerzpreis, legt in der Regel auch der AUD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung zunimmt. Bei einem Rückgang des Eisenerzpreises gilt das Gegenteil. Höhere Eisenerzpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines australischen Handelsbilanzüberschusses, was den AUD ebenfalls stützt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Exporteinnahmen eines Landes und seinen Importausgaben, ist ein weiterer Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Produziert Australien stark nachgefragte Exportgüter, gewinnt seine Währung allein dadurch an Wert, dass die Nachfrage ausländischer Käufer nach diesen Gütern die australischen Ausgaben für Importe übersteigt. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher den AUD, während ein Handelsbilanzdefizit den gegenteiligen Effekt hat.