
Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Martin Schlegel, erklärte am Mittwoch, der Inflationsdruck habe zugenommen, da die Inflationsrate im Oktober über den Erwartungen gelegen habe. Schlegel fügte hinzu, die Zentralbank werde nicht zögern, ihre Geldpolitik anzupassen, sollte die Preisstabilität gefährdet sein.
Die Inflation in der Schweiz ist gestiegen, die Oktoberzahl lag über den Erwartungen.
Bislang gibt es keine nennenswerten Zweitrundeneffekte, für die Zukunft lassen sie sich jedoch nicht ausschließen.
Die Zentralbank wird nicht zögern, ihre Geldpolitik anzupassen, sollte die Preisstabilität gefährdet sein.
Die Zentralbank wird die Lage genau beobachten, insbesondere im Hinblick auf Zweitrundeneffekte bei der Inflation.

Die Äußerungen von SNB-Präsident Schlegel hatten keine erkennbaren Auswirkungen auf den Schweizer Franken (CHF). Zum Redaktionsschluss notiert USD/CHF mit einem Minus von 0,53 % bei rund 0,8165.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist die Zentralbank der Schweiz. Als unabhängige Zentralbank hat sie den Auftrag, mittel- und langfristig Preisstabilität zu gewährleisten. Dazu strebt die SNB angemessene monetäre Bedingungen an, die durch das Zinsniveau und die Wechselkurse bestimmt werden. Unter Preisstabilität versteht die SNB einen jährlichen Anstieg des schweizerischen Landesindexes der Konsumentenpreise (LIK) von weniger als 2 %.
Das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank (SNB) legt die angemessene Höhe des Leitzinses im Einklang mit ihrem Ziel der Preisstabilität fest. Liegt die Inflation über dem Zielwert oder wird dies für die absehbare Zukunft erwartet, versucht die Nationalbank, den übermäßigen Preisanstieg durch eine Anhebung ihres Leitzinses einzudämmen. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie zu höheren Renditen führen und die Schweiz dadurch für Anleger attraktiver machen. Niedrigere Zinsen hingegen schwächen den CHF tendenziell.
Ja. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat regelmäßig am Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Aufwertung des Schweizer Frankens (CHF) gegenüber anderen Währungen zu verhindern. Ein starker CHF beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit des bedeutenden Schweizer Exportsektors. Zwischen 2011 und 2015 hielt die SNB einen Mindestkurs gegenüber dem Euro aufrecht, um die Aufwertung des CHF gegenüber der Gemeinschaftswährung zu begrenzen. Für ihre Marktinterventionen setzt die Nationalbank ihre umfangreichen Devisenreserven ein, in der Regel durch den Kauf ausländischer Währungen wie des US-Dollars oder des Euro. In Phasen hoher Inflation, insbesondere wenn diese durch Energiepreise getrieben wird, verzichtet die SNB auf Marktinterventionen. Ein starker CHF verbilligt dann die Energieimporte und federt so den Preisschock für Schweizer Haushalte und Unternehmen ab.
Die SNB tritt einmal pro Quartal – im März, Juni, September und Dezember – zu ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung zusammen. Jede dieser Lagebeurteilungen mündet in einen geldpolitischen Entscheid und die Veröffentlichung einer mittelfristigen Inflationsprognose.