Australischer Dollar trotzt Nervosität wegen des Iran-Kriegs, während sich Wetten auf eine RBA-Zinserhöhung verdoppeln

  • AUD/USD steigt um 0,44 % auf 0,7027 und setzt seine Gewinnserie fort.
  • RBA-Vizechef Hauser warnt vor einer Verschlechterung des Inflationsausblicks trotz restriktiver Geldpolitik.
  • Wahrscheinlichkeit einer RBA-Zinserhöhung verdoppelt sich vor den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes nahezu auf 60 %.

Der australische Dollar legt gegenüber dem US-Dollar den vierten Tag in Folge zu. Die Marktstimmung bleibt positiv, obwohl die hohen Spannungen im Nahen Osten laut jüngsten Meldungen auf eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen hindeuten. Trotz dieser Lage notiert AUD/USD mit einem Plus von 0,44 % bei 0,7027.

TMGM Analysis: Financial Market News, Economic Calendar & Market Insights

AUD/USD setzt viertägige Rally fort: Erwartungen an restriktive RBA überwiegen geopolitische Unsicherheit

Die US-Aktienmärkte schlossen überwiegend unverändert, erhielten jedoch nachbörslich Auftrieb durch Käufe im KI-Sektor, während Meta und Tesla ihre Quartalszahlen vorlegten. Am Devisenmarkt machte der US-Dollar hingegen einen Teil seiner Verluste wett. Hintergrund waren Meldungen, wonach das US-Außenministerium eine Ausreiseanordnung für einen Teil des Personals und der Familienangehörigen an der US-Botschaft in Saudi-Arabien vorbereitet.

Der iranische Außenminister erklärte, das Land sei bereit, der Diplomatie eine weitere Chance zu geben. Er warnte jedoch, sollten sich die USA für einen Krieg entscheiden, würden sie ein noch größeres strategisches Scheitern erleben. Unterdessen meldete Fars, in Sirik seien mehrere Explosionen zu hören gewesen. Deren Ursprung und Art sind allerdings weiterhin unbekannt.

In den USA standen keine Konjunkturdaten auf dem Kalender. Händler richten ihren Blick auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag und die anschließende Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan. Im Mittelpunkt stehen jedoch die geldpolitische Entscheidung der Fed (US-Notenbank) in der kommenden Woche sowie die Veröffentlichung ihres bevorzugten Inflationsmaßes, des Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE).

Auch in Australien standen keine Daten an. Für Aufmerksamkeit sorgten lediglich restriktive Äußerungen von Andrew Hauser, dem stellvertretenden Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA). Er erklärte, die „Inflationsaussichten erscheinen schlechter als prognostiziert und liegen leicht über den Erwartungen“. Obwohl die Geldpolitik wirksam sei, zeige der Inflationsausblick Anzeichen einer Verschlechterung.

Nach Hausers Äußerungen preisten die Geldmärkte laut Daten von Prime Terminal eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 60 % für eine Zinserhöhung der RBA um 25 Basispunkte auf 4,85 % ein. Am Vortag hatte diese Wahrscheinlichkeit noch bei 30 % gelegen.

Wahrscheinlichkeiten für RBA-Zinsentscheidungen – Quelle: Prime Terminal

Als Nächstes steht im australischen Konjunkturkalender am 22. Oktober die Veröffentlichung der vorläufigen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global an.

AUD/USD-Kursprognose: Technischer Ausblick

Chart Analysis AUD/USD
AUD/USD-Tageschart

Im Tageschart notiert AUD/USD bei rund 0,7024 und zeigt kurzfristig weiterhin ein bärisches Bild. Der Kassakurs liegt unterhalb eines Bündels aus drei einfachen gleitenden Durchschnitten (SMA) bei etwa 0,7077 sowie unter einer Reihe aufwärtsgerichteter Trendlinien, die nun bei 0,7086–0,7087 und 0,7111–0,7118 als Widerstände oberhalb des aktuellen Kurses fungieren. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 52,5 leicht im positiven Bereich, aber nahe der neutralen Marke. Dies deutet auf eine lediglich moderate Erholungsdynamik hin, die bislang nicht ausreicht, um die Belastung durch diese Widerstände auszugleichen.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim Bündel der drei SMA nahe 0,7077. Darauf folgen eng beieinanderliegende ehemalige Unterstützungstrendlinien bei 0,7086–0,7087 und anschließend bei 0,7111–0,7118. Eine weiter entfernte horizontale Hürde liegt bei 0,7198. Auf der Unterseite richtet sich der unmittelbare Fokus weiterhin darauf, ob der Kurs den aktuellen Pivotbereich um 0,7024 halten kann. Die nächste markante charttechnische Unterstützung bildet eine aufwärtsgerichtete Trendlinie nahe 0,6946. Deutlich tiefer liegt der Ankerpunkt der längerfristigen Abwärtstrendlinie bei etwa 0,6246.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zum australischen Dollar

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den australischen Dollar (AUD) ist das von der Reserve Bank of Australia (RBA) festgelegte Zinsniveau. Da Australien ein rohstoffreiches Land ist, spielt auch der Preis seines wichtigsten Exportguts Eisenerz eine zentrale Rolle. Weitere Faktoren sind die wirtschaftliche Lage Chinas, des größten Handelspartners Australiens, sowie die australische Inflation, das Wirtschaftswachstum und die Handelsbilanz. Auch die Marktstimmung ist von Bedeutung: Setzen Anleger verstärkt auf risikoreichere Anlagen (Risk-on) oder suchen sie sichere Häfen (Risk-off)? Eine höhere Risikobereitschaft wirkt sich positiv auf den AUD aus.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den australischen Dollar (AUD), indem sie das Zinsniveau festlegt, zu dem sich australische Banken untereinander Geld leihen können. Dies wirkt sich auf das Zinsniveau in der gesamten Wirtschaft aus. Das Hauptziel der RBA besteht darin, die Inflationsrate durch Zinserhöhungen oder Zinssenkungen stabil bei 2–3 % zu halten. Im Vergleich zu anderen großen Zentralbanken relativ hohe Zinsen stützen den AUD, während relativ niedrige Zinsen den gegenteiligen Effekt haben. Die RBA kann die Kreditbedingungen auch durch quantitative Lockerung oder Straffung beeinflussen. Erstere belastet den AUD, Letztere stützt ihn.

China ist Australiens größter Handelspartner. Daher hat die wirtschaftliche Lage Chinas erheblichen Einfluss auf den Wert des australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, kauft China mehr Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen aus Australien. Dies erhöht die Nachfrage nach dem AUD und lässt seinen Wert steigen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn die chinesische Wirtschaft nicht so stark wächst wie erwartet. Positive oder negative Überraschungen bei den chinesischen Wachstumsdaten wirken sich daher häufig unmittelbar auf den australischen Dollar und seine Währungspaare aus.

Eisenerz ist Australiens wichtigstes Exportgut. Laut Daten aus dem Jahr 2021 beläuft sich der jährliche Exportwert auf 118 Milliarden Dollar, wobei China das wichtigste Abnehmerland ist. Der Eisenerzpreis kann daher die Entwicklung des australischen Dollars beeinflussen. Steigt der Eisenerzpreis, legt in der Regel auch der AUD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung zunimmt. Bei fallenden Eisenerzpreisen ist das Gegenteil der Fall. Höhere Eisenerzpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines australischen Handelsbilanzüberschusses, was sich ebenfalls positiv auf den AUD auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Exporteinnahmen eines Landes und seinen Importausgaben, ist ein weiterer Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Produziert Australien stark nachgefragte Exportgüter, kann seine Währung allein dadurch an Wert gewinnen, dass die Nachfrage ausländischer Käufer nach diesen Exporten höher ist als Australiens Ausgaben für Importe. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher den AUD, während ein Handelsbilanzdefizit den gegenteiligen Effekt hat.