AUD/USD-Kursprognose: Gewinne nach hohen australischen Inflationsdaten schmelzen; vor Fed-Entscheid weiter über 0,7000

  • AUD/USD kann die durch hohe australische Inflationszahlen ausgelösten Gewinne auf ein neues Einmonatshoch kaum ausbauen.
  • Erwartungen einer Fed-Zinserhöhung und geopolitische Risiken stützen den USD als sicheren Hafen und begrenzen die Gewinne des Währungspaars.
  • Die technische Ausgangslage scheint die Bullen zu begünstigen, während Händler gespannt auf die FOMC-Entscheidung warten.

Das Währungspaar AUD/USD gibt einen Teil seiner Tagesgewinne wieder ab, nachdem es am Mittwoch im asiatischen Handel als Reaktion auf hohe australische Verbraucherpreisdaten ein neues Einmonatshoch erreicht hatte. Die Notierungen bleiben jedoch den zweiten Tag in Folge positiv und liegen derzeit im Bereich von 0,7030, was einem Tagesplus von etwas mehr als 0,10 % entspricht.

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Das australische Statistikamt (ABS) meldete, dass die jährliche Teuerungsrate gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI) im September von 4,0 % auf 4,3 % gestiegen ist. Gleichzeitig blieb die jährliche Inflationsrate auf Basis des getrimmten Mittelwerts über dem Zielband der Reserve Bank of Australia (RBA) von 2–3 %. Die Daten bekräftigten die Erwartungen einer unmittelbar bevorstehenden RBA-Zinserhöhung im November, was dem australischen Dollar (AUD) deutlichen Auftrieb verleiht. Ein auf breiter Front festerer US-Dollar (USD) begrenzt jedoch die Gewinne von AUD/USD, während die Händler gespannt auf das Ergebnis der zweitägigen FOMC-Sitzung warten.

Im Vorfeld dieses wichtigen Notenbanktermins scheinen die Anleger davon überzeugt zu sein, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an ihrem restriktiven geldpolitischen Ausblick festhalten und die Zinsen bis zum Jahresende erneut anheben wird. Hintergrund sind Inflationssorgen aufgrund erhöhter Energiepreise. Hinzu kommt, dass angesichts der Befürchtungen einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten weiterhin eine geopolitische Risikoprämie eingepreist wird. Dies verhilft dem als sicherer Hafen geltenden US-Dollar den vierten Tag in Folge zu Kursgewinnen und einem Zweiwochenhoch, was wiederum das Aufwärtspotenzial von AUD/USD begrenzt.

Die Notierungen bleiben oberhalb des 38,2-%-Fibonacci-Retracements der Abwärtsbewegung von September bis Oktober positiv ausgerichtet. Zudem ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD) in den positiven Bereich gestiegen und hat seine Signallinie überschritten, während sich das positive Histogramm ausweitet. Darüber hinaus tendiert der Relative-Stärke-Index (RSI) bei 53,7 leicht aufwärts und deutet damit auf nachlassenden Abwärtsdruck hin. Dass AUD/USD seine Gewinne oberhalb des exponentiellen gleitenden 100-Tage-Durchschnitts (EMA) nicht ausbauen konnte, mahnt bullisch positionierte Händler jedoch zur Vorsicht.

Daher ist ein nachhaltiger Anstieg mit einer Etablierung oberhalb des 100-Tage-EMA erforderlich, um das Szenario weiterer Gewinne bis zum 50,0-%-Retracement bei 0,7066 und zum 61,8-%-Niveau bei 0,7106 zu untermauern. Darüber liegen weitere Hürden bei 0,7164 und am markanten Hoch bei 0,7238. Auf der Unterseite bietet zunächst das 38,2-%-Fibonacci-Retracement bei 0,7025 Unterstützung, gefolgt vom 23,6-%-Niveau bei 0,6975. Ein stärkerer Rückgang würde die strukturelle Unterstützung im Bereich von 0,6893 in den Blick rücken.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

AUD/USD-Tageschart

Chart Analysis AUD/USD

Häufig gestellte Fragen zur Fed

Die Geldpolitik in den USA wird von der Federal Reserve (Fed) bestimmt. Die Fed verfolgt zwei Ziele: Preisstabilität zu gewährleisten und Vollbeschäftigung zu fördern. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem 2-%-Ziel der Fed liegt, erhöht sie die Zinsen und verteuert damit die Kreditaufnahme in der gesamten Wirtschaft. Dies stärkt den US-Dollar (USD), da die USA dadurch für internationale Anleger als Standort für ihre Geldanlagen attraktiver werden. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, kann die Fed die Zinsen senken, um die Kreditaufnahme anzukurbeln, was den US-Dollar belastet.

Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen der Offenmarktausschuss (FOMC) die Wirtschaftslage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Am FOMC nehmen zwölf Fed-Vertreter teil: die sieben Mitglieder des Gouverneursrats, der Präsident der Federal Reserve Bank of New York sowie vier der übrigen elf Präsidenten der regionalen Federal Reserve Banks, die dem Ausschuss nach einem Rotationsprinzip jeweils für ein Jahr angehören.

In extremen Situationen kann die Federal Reserve auf eine als quantitative Lockerung (Quantitative Easing, QE) bezeichnete Geldpolitik zurückgreifen. Dabei erhöht die Fed das Kreditangebot in einem ins Stocken geratenen Finanzsystem erheblich. Es handelt sich um eine unkonventionelle geldpolitische Maßnahme, die in Krisen oder bei äußerst niedriger Inflation eingesetzt wird. Während der großen Finanzkrise 2008 war sie das bevorzugte Instrument der Fed. Dabei schafft die Fed zusätzliche US-Dollar und kauft damit hochwertige Anleihen von Finanzinstituten. QE schwächt in der Regel den US-Dollar.

Quantitative Straffung (Quantitative Tightening, QT) ist der umgekehrte Prozess zur quantitativen Lockerung. Dabei stellt die Federal Reserve den Kauf von Anleihen von Finanzinstituten ein und reinvestiert die Tilgungszahlungen aus fällig werdenden Anleihen in ihrem Bestand nicht in neue Anleihen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.