WTI-Preisprognose: Bullen behalten oberhalb der Unterstützung bei 95,00 US-Dollar die Kontrolle angesichts der Nervosität im Nahen Osten

  • WTI gewinnt nach den heftigen Kursschwankungen des Vortags wieder an Aufwärtsdynamik.
  • Die Unsicherheit im Nahen Osten hält die geopolitische Risikoprämie aufrecht und stützt den Preis.
  • Die technische Konstellation mahnt zur Vorsicht bei neuen Positionen auf steigende Rohölpreise.

West Texas Intermediate (WTI), die Referenzsorte für US-Rohöl, zieht am Mittwoch im asiatischen Handel neue Käufer an. Allerdings gelingt es dem Preis kaum, die Aufwärtsdynamik über die Marke von 99,00 US-Dollar hinaus fortzusetzen. Der Rohstoff notiert weiterhin unter dem am Vortag erreichten höchsten Stand seit dem 16. September, während Händler weitere Entwicklungen rund um die Nahostkrise abwarten.

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Bloomberg berichtete am Dienstag, dass ein an den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran beteiligter Diplomat Meldungen widersprochen habe, wonach eine Einigung kurz bevorstehe. Zudem erklärte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf gegenüber dem pakistanischen Armeechef Asim Munir, die USA könnten das Vertrauen des Iran nicht gewinnen, ohne zuvor erklärte Bedingungen umzusetzen. Dazu zählten die Einstellung sämtlicher Kampfhandlungen und die Freigabe der eingefrorenen Vermögenswerte des Landes. Dies hält wiederum die geopolitische Risikoprämie aufrecht und stützt die Rohölpreise.

Darüber hinaus erklärte der Erste Vizepräsident des Iran, dem Land bleibe keine andere Wahl, als seine Hoheitsrechte über die Straße von Hormus auszuüben. Dies verstärkt die Sorgen über Störungen der Rohölversorgung und hilft dem schwarzen Gold, an die Erholung vom Wochentief im Verlauf der vergangenen Nacht anzuknüpfen. Das Aufwärtspotenzial bleibt jedoch durch einen unbestätigten Bericht vom Dienstag begrenzt, wonach Katar und Pakistan den USA und dem Iran einen Kompromissplan vorgelegt hätten, der die Forderungen beider Seiten erfülle. Dies mahnt wiederum Händler, die auf steigende Kurse setzen, zur Vorsicht.

Der Rohstoff behält kurzfristig eine bullische Tendenz, da er sich im 4-Stunden-Chart über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) über 100 Perioden hält. Zudem bestätigte die Erholung der vergangenen Nacht eine starke Unterstützung nahe der zuvor überwundenen Widerstandsmarke von 95,00 US-Dollar und untermauerte damit den übergeordneten Aufwärtstrend. Die Momentumindikatoren haben sich allerdings abgeschwächt: Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) ist weiter unter die Nulllinie und seine Signallinie gefallen, während der Relative-Stärke-Index (RSI) mit einem Wert von 59,76 den zuvor überkauften Bereich verlassen hat.

Die genannte technische Konstellation deutet eher auf eine Konsolidierungsphase als auf eine klare Trendwende hin. Demnach könnten stärkere Rückgänge weiterhin nahe der psychologisch wichtigen Marke von 95,00 US-Dollar auf solide Unterstützung treffen. Darüber hinaus liegt die strukturelle Unterstützung am 100-Perioden-SMA bei rund 92,26 US-Dollar. Bei einem stärkeren Rücksetzer innerhalb des vorherrschenden bullischen Umfelds wäre dort zu erwarten, dass die Käufer erneut die Kontrolle übernehmen.

Unterdessen bleibt nach oben Spielraum. Bei neuer bullischer Dynamik könnten die Ölpreise ihre Gewinne bis zur psychologisch wichtigen Marke von 100,00 US-Dollar ausbauen und anschließend das in der vergangenen Nacht erreichte Zwischenhoch nahe der runden Marke von 101,00 US-Dollar ansteuern. Letzteres könnte als entscheidender Widerstand fungieren. Ein Durchbruch darüber würde als neuer Impuls für bullisch eingestellte Händler gelten und den Weg für eine Fortsetzung des seit etwa zwei Wochen zu beobachtenden Aufwärtstrends ebnen.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

WTI im 4-Stunden-Chart

Chart Analysis WTI US OIL

Häufig gestellte Fragen zu WTI-Öl

WTI-Öl ist eine Rohölsorte, die an internationalen Märkten gehandelt wird. WTI steht für West Texas Intermediate und zählt neben Brent und Dubai Crude zu den drei wichtigsten Rohölsorten. Aufgrund seiner vergleichsweise geringen Dichte und seines niedrigen Schwefelgehalts wird WTI auch als „leicht“ und „süß“ bezeichnet. Es gilt als hochwertiges Öl, das sich leicht raffinieren lässt. Es wird in den Vereinigten Staaten gefördert und über den Umschlagplatz Cushing verteilt, der als „Pipeline-Kreuzung der Welt“ gilt. WTI dient als Referenzsorte für den Ölmarkt, und sein Preis wird häufig in den Medien genannt.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die wichtigsten Einflussfaktoren für den Preis von WTI-Öl. So kann das Wachstum der Weltwirtschaft die Nachfrage ankurbeln, während sich ein schwaches globales Wachstum gegenteilig auswirken kann. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Ein weiterer wichtiger Preisfaktor sind die Entscheidungen der OPEC, eines Zusammenschlusses bedeutender Ölförderländer. Auch der Wert des US-Dollars beeinflusst den Preis von WTI-Rohöl, da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird. Ein schwächerer US-Dollar kann Öl daher erschwinglicher machen und umgekehrt.

Die wöchentlichen Berichte zu den Öllagerbeständen, die vom American Petroleum Institute (API) und der US-Energieinformationsbehörde (EIA) veröffentlicht werden, beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Veränderungen der Lagerbestände spiegeln Schwankungen von Angebot und Nachfrage wider. Zeigen die Daten einen Rückgang der Lagerbestände, kann dies auf eine gestiegene Nachfrage hindeuten und den Ölpreis nach oben treiben. Höhere Lagerbestände können auf ein gestiegenes Angebot hinweisen und die Preise drücken. Der Bericht des API erscheint jeden Dienstag, der Bericht der EIA am darauffolgenden Tag. Ihre Ergebnisse sind in der Regel ähnlich: In 75 % der Fälle weichen sie um höchstens 1 % voneinander ab. Die Daten der EIA gelten als verlässlicher, da es sich um eine staatliche Behörde handelt.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist ein Zusammenschluss von zwölf Ölförderländern, die bei halbjährlichen Treffen gemeinsam über die Förderquoten ihrer Mitgliedstaaten entscheiden. Ihre Beschlüsse wirken sich häufig auf die Preise von WTI-Öl aus. Wenn die OPEC beschließt, die Quoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise nach oben treiben. Erhöht die OPEC die Förderung, hat dies den gegenteiligen Effekt. OPEC+ bezeichnet eine erweiterte Gruppe, der zehn weitere Länder angehören, die nicht Mitglied der OPEC sind. Das bedeutendste davon ist Russland.