US-Dollar-Index legt innerhalb seiner Handelsspanne leicht zu, Zwischenwahlen im Fokus

  • Der US-Dollar-Index erholt sich von seinen Tagestiefs, bleibt jedoch innerhalb der bisherigen Handelsspannen unter 102,00.
  • Die Kampfhandlungen im Iran und höhere Ölpreise stützen den US-Dollar, doch die politische Unsicherheit in den USA begrenzt die Gewinne.
  • Ein Sieg der Demokraten in beiden Kongresskammern könnte laut ING-Experten kurzfristig etwas Druck auf den USD ausüben.

Der US-Dollar zeigt sich am Dienstag gegenüber den meisten wichtigen Vergleichswährungen leicht fester. Erneute Kampfhandlungen im Iran wecken Zweifel am Friedensprozess und treiben die Ölpreise nach oben, während die Unsicherheit über die US-Zwischenwahlen die Kursgewinne bislang begrenzt. Der US-Dollar-Index (DXY) hat sich von seinen Tagestiefs im Bereich von 101,50 erholt, bleibt aber unter der Zone von 102,00 bis 102,10, die bereits am Montag und Freitag Aufwärtsversuche gebremst hatte.

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Der US-Dollar erhält etwas Unterstützung durch die wachsende Sorge vor einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen im Iran. Zuvor hatte das US-Militär Ziele auf der iranischen Insel Qeschm in der Straße von Hormus angegriffen. Die US-Behörden bezeichneten den Einsatz als „defensiv“.

Trump bleibt hinsichtlich eines Friedensabkommens mit dem Iran optimistisch

Unterdessen gehen die Bemühungen weiter, die Parteien an den Verhandlungstisch zurückzubringen, und haben von US-Seite etwas Unterstützung erhalten. US-Präsident Donald Trump spielte die Möglichkeit eines umfassenden Krieges herunter und erklärte, ein Friedensabkommen mit dem Iran „könnte zustande kommen“, da Teheran seiner Ansicht nach „so schnell wie möglich eine Einigung will“.

Auf makroökonomischer Ebene zeigten die am Montag veröffentlichten Zahlen zum ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in den USA eine stärker als erwartete Industrieaktivität bei zugleich hohem Preisdruck. Dies deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft auf einer soliden Grundlage in das vierte Quartal gestartet ist.

Die Daten gaben dem US-Dollar jedoch keinen nennenswerten Auftrieb, da Anleger vor ihren Anlageentscheidungen das Ergebnis der US-Zwischenwahlen abwarten. Die Strategen von ING erklären, sie „erwarten nicht, dass die heutigen Ergebnisse der US-Zwischenwahlen strukturelle Veränderungen am Devisenmarkt auslösen“. Allerdings sehen die ING-Analysten möglichen „kurzfristigen Druck“ auf den Dollar, falls die Demokraten sowohl das Repräsentantenhaus gewinnen sollten, was „allgemein erwartet“ wird, als auch den Senat, bei dem sie von einem „knappen Rennen“ sprechen.

Häufig gestellte Fragen zu den US-Zwischenwahlen

Die US-Zwischenwahlen sind die Wahlen auf Bundesebene, die zur Mitte der vierjährigen Amtszeit eines Präsidenten stattfinden. Die Wähler bestimmen alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses, etwa ein Drittel des Senats und in vielen Bundesstaaten auch Gouverneure sowie weitere Amtsträger auf bundesstaatlicher und kommunaler Ebene.

Wahltag ist Dienstag, der 3. November 2026. Laut Bundesgesetz findet die Wahl am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. In vielen Bundesstaaten haben die vorzeitige Stimmabgabe und die Briefwahl bereits begonnen.

Sie entscheiden darüber, welche Partei in den letzten beiden Jahren der Amtszeit von Präsident Donald Trump die jeweilige Kongresskammer kontrolliert. Die Mehrheitspartei legt die Gesetzgebungsagenda fest, bestimmt die Ausschussvorsitzenden und kontrolliert im Senat die Bestätigung von Richtern und hochrangigen Amtsträgern.

Nein. Der Präsident wird alle vier Jahre gewählt; die nächste Präsidentschaftswahl findet im November 2028 statt. Zwischenwahlen gelten häufig als Referendum über die Partei des amtierenden Präsidenten, die dabei historisch betrachtet tendenziell Sitze im Repräsentantenhaus verliert.

Die meisten Analysten erwarten beim US-Dollar eher eine moderate, kurzlebige Reaktion als einen dauerhaften Trend. Unterschiedliche Mehrheiten in den beiden Kongresskammern gelten weithin als Basisszenario und sind teilweise bereits eingepreist. Die Renditen von US-Staatsanleihen könnten deutlicher auf die Ergebnisse reagieren. Wahlausgänge, die Erwartungen an fiskalische Impulse verstärken, treiben tendenziell die Renditen und den US-Dollar nach oben. Politische Blockaden, die neue Ausgaben begrenzen, können hingegen beide nach unten ziehen. Politische Spannungen, etwa Streitigkeiten über die Finanzierung des Staatshaushalts oder die Schuldenobergrenze, können den Dollar als sicheren Hafen ebenfalls kurzfristig stärken. Über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten sind das Wachstum und die Geldpolitik der US-Notenbank Fed wichtiger als die Wahl.

Historisch gesehen entwickelten sich US-Aktien vor den Zwischenwahlen schwach und danach stark. Seit 1950 stand der S&P 500 zwölf Monate nach jeder Zwischenwahl höher, also in 19 von 19 Fällen, mit einem durchschnittlichen Gewinn von etwa 15 %. Analysten führen dieses Muster darauf zurück, dass die Unsicherheit nach Bekanntgabe der Ergebnisse nachlässt. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit garantiert keine künftigen Erträge, und einige Strategen weisen darauf hin, dass die hohen Bewertungen im Jahr 2026 diese Serie auf die Probe stellen könnten.

Die Märkte haben eine geteilte Regierungsmacht häufig begrüßt, weil politische Blockaden weitreichende Änderungen bei Steuern, Ausgaben und Regulierung unwahrscheinlicher machen. Unter einem republikanischen Präsidenten hat sich der S&P 500 historisch gesehen in den Jahren nach Zwischenwahlen, die zu unterschiedlichen Mehrheiten in den Kongresskammern führten, gut entwickelt. Zu den Risiken zählen Fristen für die Haushaltsfinanzierung, Auseinandersetzungen um die Schuldenobergrenze und Untersuchungen des Kongresses, die kurzfristig für zusätzliche Volatilität sorgen können.