
Der US-Dollar (USD) zeigt am Donnerstag die schwächste Entwicklung unter den wichtigsten Währungen. Er leidet unter der Niederlage von US-Präsident Donald Trump bei den Zwischenwahlen. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des USD gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, notiert im Tagesverlauf 0,6 % niedriger. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nehmen die Bären den Unterstützungsbereich bei 101,25 erneut ins Visier.

Die Demokraten haben bei den Wahlen am Dienstag die Kontrolle über den US-Kongress und auch über den stärker umkämpften Senat übernommen. Die Republikanische Partei erlitt eine historische Niederlage und verlor traditionelle Hochburgen wie Texas, Kansas und North Carolina, in denen sie jahrzehntelang die Regierung gestellt hatte.
Technologieaktien gerieten nach dem Wahlausgang unter Druck. Sorgen, dass die Demokraten auf eine strengere Regulierung des KI-Sektors drängen und die meisten Pläne zum Bau von Rechenzentren stoppen werden, versetzten Technologieaktien im asiatischen Handel einen weiteren Rückschlag und erhöhten die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel nach den Wahlergebnissen um bis zu 10 Pips, was den Abwärtsdruck auf den USD verstärkte.
Chris Turner von ING merkt an, dass der Amtsantritt der Demokraten erst im Januar die Anleger möglicherweise beruhigt und einen weiteren Rückgang des US-Dollars verhindert habe. Er warnt jedoch, dass „die nächtlichen Kursbewegungen einen Vorgeschmack auf die Märkte im Jahr 2027 geben könnten“. Seiner Ansicht nach wäre „ein demokratisch kontrollierter Kongress leicht negativ für den Dollar – sowohl mit Blick auf die Auswirkungen auf die KI-Story als auch auf die Aussicht auf einen länger anhaltenden Stillstand der US-Regierung“.
Vor diesem Hintergrund sieht das Analystenteam von ING die US-Dollar-Bären angesichts „einer weiterhin widerstandsfähigen US-Wirtschaft und mindestens einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank Fed“ in ihren Möglichkeiten begrenzt.
Daher dürften die ADP-Beschäftigungszahlen aus den USA und der ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor im weiteren Tagesverlauf auf besonderes Interesse stoßen. Der Höhepunkt der Woche wird jedoch der am Freitag anstehende Bericht zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP) sein. Sollte der Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag nicht stark ausfallen, könnte dies die Zweifel an den US-Konjunkturaussichten verstärken und den USD zusätzlich unter Druck setzen.
Die ADP-Beschäftigungsveränderung ist ein Indikator für die Beschäftigung im Privatsektor, der vom größten US-Anbieter für Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Automatic Data Processing Inc., veröffentlicht wird. Er misst die Veränderung der Zahl der Beschäftigten im US-Privatsektor. Generell wirkt sich ein Anstieg des Indikators positiv auf die Konsumausgaben aus und stimuliert das Wirtschaftswachstum. Ein hoher Wert wird daher traditionell als bullisch für den US-Dollar (USD) gewertet, ein niedriger Wert hingegen als bärisch.
Mehr erfahren.Nächste Veröffentlichung: Mi., 04. Nov. 2026, 13:15 Uhr
Häufigkeit: Monatlich
Konsensprognose: 69 Tsd.
Vorheriger Wert: 90 Tsd.
Quelle:ADP Research Institute
Trader betrachten die Beschäftigungszahlen aus dem Bericht von ADP, dem größten US-Anbieter von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, aufgrund ihrer Korrelation häufig als Vorboten der vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Zahlen zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP), die in der Regel zwei Tage später erscheinen. Die beiden Datenreihen stimmen weitgehend überein, können in einzelnen Monaten jedoch erheblich voneinander abweichen. Ein weiterer Grund, warum Devisenhändler diesen Bericht verfolgen, ist derselbe wie bei den NFP: Ein anhaltend kräftiges Beschäftigungswachstum erhöht den Inflationsdruck und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen anhebt. Tatsächliche Zahlen, die über den Konsensprognosen liegen, wirken sich tendenziell positiv auf den USD aus.
Der monatlich veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor des Institute for Supply Management (ISM) ist ein Frühindikator für die Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor, der den größten Teil der Wirtschaft ausmacht. Der Indikator basiert auf einer landesweiten Umfrage unter Einkaufsverantwortlichen in den USA, die sich auf Informationen aus ihren jeweiligen Unternehmen stützen. Die Antworten geben Aufschluss darüber, ob und wie sich die Lage im laufenden Monat gegenüber dem Vormonat verändert hat. Ein Wert über 50 deutet darauf hin, dass der Dienstleistungssektor insgesamt wächst, was als bullisches Signal für den US-Dollar (USD) gilt. Ein Wert unter 50 signalisiert einen allgemeinen Rückgang der Aktivität im Dienstleistungssektor, was als bärisch für den USD gewertet wird.
Mehr erfahren.Nächste Veröffentlichung: Mi., 04. Nov. 2026, 15:00
Häufigkeit: Monatlich
Konsensprognose: 54,8
Vorheriger Wert: 54,9
Quelle:Institute for Supply Management
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor des Institute for Supply Management (ISM) gibt Aufschluss über die aktuelle Lage im US-Dienstleistungssektor, der traditionell einen großen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) leistet. Ein Wert über 50 signalisiert eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität im Dienstleistungssektor. Höher als erwartet ausfallende Werte stützen in der Regel den USD gegenüber anderen Währungen. Neben dem Gesamtindex verfolgen Anleger auch den Beschäftigungsindex und den Index der gezahlten Preise aufmerksam, da diese wertvolle Einblicke in die Lage am Arbeitsmarkt und die Inflationsentwicklung liefern.