
Ripple (XRP) hält sich am Montag knapp über 1,30 US-Dollar, während die kurzfristigen Erholungsaussichten schwinden. Ein starker struktureller Widerstand in Richtung 1,40 US-Dollar begrenzt weiterhin das Aufwärtspotenzial und erhöht das Risiko weiterer Kursverluste unter 1,30 US-Dollar.

Das Interesse an digitalen Vermögenswerten ist wie bereits in den vergangenen Wochen in den Hintergrund getreten. Dies spiegelt sich im Krypto-Index für Angst & Gier wider, der mit 59 im Bereich „Gier“ liegt, nach 53 im neutralen Bereich am Vortag. Insgesamt ist der Index gegenüber dem Durchschnittswert von 71 im vergangenen Monat gesunken, was die Risikobereitschaft der Anleger dämpft.

Die Nachricht der vergangenen Woche, dass sich die Inflation in den Vereinigten Staaten (USA) im September gegenüber August weiter beschleunigt hat, verschreckte viele Anleger und könnte sie dazu veranlasst haben, ihre Portfolios und ihr Risikoengagement neu zu bewerten. In den USA notierte börsengehandelte Spot-Fonds (ETFs) verzeichneten laut SoSoValue in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von 1,8 Millionen US-Dollar. Es waren die ersten Abflüsse seit 14 Wochen.
Allerdings reicht diese Veränderung der Mittelflüsse allein nicht aus, um einen bärischen Trend zu bestätigen. Die Entwicklung in dieser Woche dürfte daher mehr Aufschluss darüber geben, welche Richtung die Mittelflüsse der XRP-Spot-ETFs einschlagen werden. Zudem bleiben die kumulierten Zuflüsse mit 1,8 Milliarden US-Dollar positiv, während sich das verwaltete Nettovermögen auf 1,5 Milliarden US-Dollar beläuft.

Der Derivatemarkt spiegelt die nachlassende Marktstimmung wider: Das Open Interest (OI) bei unbefristeten Futures liegt am Montag im Durchschnitt bei 2,17 Milliarden XRP, nach 2,34 Milliarden am 1. Oktober. Der zwar allmähliche, aber stetige Rückgang der Nachfrage von Privatanlegern deutet darauf hin, dass der Rückenwind für eine anhaltende Erholung nachlässt. Mit anderen Worten: Die Händler verlieren zunehmend das Vertrauen in die Aussichten für XRP, und viele schließen ihre Positionen, während das OI sinkt.

XRP notiert über 1,30 US-Dollar, behält jedoch seine kurzfristig bärische Tendenz bei, da der Kurs unter den wichtigen exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMAs) verharrt. Der 100-Tage-EMA bei 1,34 US-Dollar bildet den ersten Widerstand auf der Oberseite. Darüber bilden der 200-Tage-EMA und der 50-Tage-EMA bei 1,38 US-Dollar ein dichtes Widerstandsband. Dies unterstreicht, dass der Markt unterhalb seiner mittelfristigen Trendindikatoren weiterhin unter Druck steht.
Die Momentumindikatoren bestätigen dieses Bild: Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich um 37, und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) liegt im negativen Bereich. Dies deutet auf anhaltende Abwärtsrisiken hin, obwohl sich mit den derzeit verwendeten Analyseinstrumenten keine klaren strukturellen Unterstützungsniveaus erkennen lassen.

Der unmittelbare Widerstand liegt am 100-Tage-EMA bei rund 1,34 US-Dollar. Ein Tagesschlusskurs darüber wäre nötig, um den aktuellen Verkaufsdruck zu mindern. Weiter oben bilden der sich überlagernde 200-Tage-EMA und der 50-Tage-EMA bei 1,38 US-Dollar eine stärkere Angebotszone, während die SuperTrend-Linie bei 1,47 US-Dollar eine weiter entfernte Hürde für eine bullische Erholung markiert. Solange XRP unter diesen gestaffelten Widerständen notiert, dürften Kurserholungen auf Verkaufsinteresse stoßen, und die übergeordnete Abwärtstendenz bleibt bestehen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Ein börsengehandelter Fonds (ETF) ist ein Anlageinstrument oder ein Index, das beziehungsweise der den Preis eines zugrunde liegenden Vermögenswerts abbildet. ETFs können nicht nur einen einzelnen Vermögenswert, sondern auch eine Gruppe von Vermögenswerten und Sektoren abbilden. Ein Bitcoin-ETF bildet beispielsweise den Bitcoin-Kurs ab. Anleger nutzen ETFs, um an der Wertentwicklung eines bestimmten Vermögenswerts teilzuhaben.
Ja. Der erste Bitcoin-Futures-ETF in den USA wurde im Oktober 2021 von der US-Börsenaufsicht Securities & Exchange Commission zugelassen. Insgesamt wurden sieben Bitcoin-Futures-ETFs genehmigt, während mehr als 20 noch auf die Erlaubnis der Aufsichtsbehörde warten. Nach Angaben der SEC ist die Kryptowährungsbranche neu und anfällig für Manipulationen. Deshalb hat sie die Zulassung kryptobezogener Futures-ETFs in den vergangenen Jahren hinausgezögert.
Ja. Die SEC genehmigte im Januar 2024 die Börsennotierung und den Handel mehrerer Bitcoin-Spot-ETFs. Damit eröffnete sie institutionellen Anlegern und einem breiten Anlegerpublikum den Zugang zum Handel mit der wichtigsten Kryptowährung. Die Branche begrüßte die Entscheidung als wegweisenden Wendepunkt.
Der wichtigste Vorteil von Krypto-ETFs besteht darin, an der Wertentwicklung einer Kryptowährung teilhaben zu können, ohne sie selbst zu besitzen. Dadurch sinken die Risiken und Kosten, die mit dem Halten des Vermögenswerts verbunden sind. Weitere Vorteile sind ein geringerer Einarbeitungsaufwand und eine höhere Sicherheit für Anleger, da die ETFs die sichere Verwahrung der zugrunde liegenden Bestände übernehmen. Der größte Nachteil ist, dass Anleger den Vermögenswert nicht direkt besitzen können. In der Kryptobranche heißt es dazu: „Nicht deine Schlüssel, nicht deine Coins.“ Ein weiterer Nachteil sind höhere Kosten für das Halten von Kryptowährungen, da ETFs Gebühren für die aktive Verwaltung erheben. Schließlich verringert eine Anlage in ETFs zwar das mit dem Halten eines Vermögenswerts verbundene Risiko, doch Kursschwankungen der zugrunde liegenden Kryptowährung dürften sich auch im Anlageinstrument widerspiegeln.