
USD/CAD bewegt sich am Montag unter Schwankungen in einer Handelsspanne, da ein schwächerer US-Dollar (USD) und fallende Ölpreise in entgegengesetzte Richtungen auf das Währungspaar wirken. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notiert das Paar bei etwa 1,3975, nachdem es am Freitag mit 1,3941 den niedrigsten Stand seit dem 16. September erreicht hatte.

Die Ölpreise fallen, da Händler auf positive Meldungen zu den diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran reagieren. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte laut ISNA, der Oberste Führer habe der Regierung bestimmte Befugnisse für Verhandlungen eingeräumt. Zuvor hatte Axios berichtet, US-Präsident Donald Trump befürworte es, der Diplomatie mit dem Iran mehr Zeit zu geben. West Texas Intermediate (WTI) notiert nahe 96 US-Dollar je Barrel und verliert damit im Tagesverlauf mehr als 5 %. Kanada ist ein bedeutender Rohölexporteur, weshalb der kanadische Dollar, auch Loonie genannt, empfindlich auf Ölpreisschwankungen reagiert.
Der US-Dollar steht unter Druck, da sinkende Ölpreise die Inflationssorgen zumindest vorerst lindern und den Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen beschleunigen. Die Renditen haben sich von ihren Mehrjahreshochs zurückgezogen, da der von KI-Aktien angeführte Ausverkauf im Technologiesektor die Nachfrage nach Staatsanleihen erhöht hat.
Unterdessen agierten Händler im Vorfeld der US-Zwischenwahlen am Dienstag ebenfalls vorsichtiger. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 101,68. Damit liegt er über seinem Tagestief von 101,44, verzeichnet aber weiterhin ein Tagesminus von 0,28 %.
Strategen von Brown Brothers Harriman weisen darauf hin, dass die Wettmärkte derzeit „einen Sieg der Demokraten in beiden Kammern favorisieren“, wobei Plattformen wie Polymarket und Kalshi „die Wahrscheinlichkeit bei rund 70 % veranschlagen“. Diese Konstellation „deutet auf eine relativ verhaltene erste Marktreaktion hin, falls die Demokraten beide Kammern gewinnen“, da ein solches Ergebnis weitgehend erwartet werde. Dagegen warnt BBH, dass „eine Verteidigung der Senatsmehrheit durch die Republikaner die größere Überraschung wäre und stärkere Marktvolatilität auslösen könnte“.
Die Aussicht auf eine restriktive Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) dürfte das Abwärtspotenzial des Greenback jedoch begrenzen, da die Währungshüter weiterhin entschlossen sind, die Inflation auf das Ziel von 2 % zurückzuführen. Die Fed ließ die Zinsen in der vergangenen Woche unverändert bei 3,75 % bis 4,00 %, nachdem sie sie im September um 25 Basispunkte angehoben hatte. Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 74 % für eine Zinserhöhung im Dezember ein.
Am Montag veröffentlichte Daten zeigten, dass der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA im Oktober von 54,5 auf 55,5 stieg und damit die Erwartungen von 54,6 übertraf. Der Index der gezahlten Preise sank unterdessen von 77,9 auf 75,2 und lag damit unter der Prognose von 77,0.
In Kanada erhöhte die Bank of Canada (BoC) ihren Leitzins in der vergangenen Woche um 25 Basispunkte auf 2,50 % und ließ die Tür für weitere Erhöhungen offen. Die Währungshüter sind weiterhin besorgt, dass erhöhte Energiekosten auf die allgemeine Inflation durchschlagen könnten.
Die kanadischen Industriedaten vom Montag deuteten jedoch auf eine schwächere Aktivität hin. Der S&P Global Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Oktober auf 49,6 nach 51,5 im September. Händler warten nun auf die Arbeitsmarktberichte beider Länder am Freitag, die den nächsten wichtigen Impuls für USD/CAD liefern könnten.
Die US-Zwischenwahlen sind die Wahlen auf Bundesebene, die zur Hälfte der vierjährigen Amtszeit eines Präsidenten stattfinden. Die Wähler bestimmen alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses, etwa ein Drittel des Senats sowie in vielen Bundesstaaten Gouverneure und weitere Amtsträger auf bundesstaatlicher und kommunaler Ebene.
Wahltag ist Dienstag, der 3. November 2026. Nach Bundesrecht findet die Wahl am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. In vielen Bundesstaaten laufen bereits die vorzeitige Stimmabgabe und die Briefwahl.
Sie entscheiden darüber, welche Partei in den letzten beiden Jahren der Amtszeit von Präsident Donald Trump die jeweilige Kongresskammer kontrolliert. Die Mehrheitspartei legt die Gesetzgebungsagenda fest, bestimmt die Ausschussvorsitzenden und kontrolliert im Senat die Bestätigung von Richtern und hochrangigen Amtsträgern.
Nein. Der Präsident wird alle vier Jahre gewählt; die nächste Präsidentschaftswahl findet im November 2028 statt. Zwischenwahlen gelten häufig als Referendum über die Partei des amtierenden Präsidenten, die historisch gesehen dazu neigt, Sitze im Repräsentantenhaus zu verlieren.
Die meisten Analysten erwarten beim US-Dollar eher eine moderate, kurzlebige Reaktion als einen dauerhaften Trend. Ein Kongress, dessen Kammern von unterschiedlichen Parteien kontrolliert werden, gilt weithin als Basisszenario und ist teilweise eingepreist. Die Renditen von US-Staatsanleihen könnten deutlicher auf die Ergebnisse reagieren. Wahlergebnisse, die Erwartungen an fiskalische Impulse verstärken, stützen tendenziell die Renditen und den US-Dollar. Politische Blockaden, die neue Ausgaben begrenzen, können dagegen beide unter Druck setzen. Politische Spannungen, etwa bei Haushaltsverhandlungen oder im Streit um die Schuldenobergrenze, können den Dollar als sicheren Hafen ebenfalls kurzfristig stärken. Über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten sind das Wachstum und die Geldpolitik der Federal Reserve wichtiger als das Wahlergebnis.
Historisch gesehen entwickelten sich US-Aktien vor Zwischenwahlen schwach und danach stark. Seit 1950 stand der S&P 500 zwölf Monate nach jeder Zwischenwahl höher, also in 19 von 19 Fällen, mit einem durchschnittlichen Plus von etwa 15 %. Analysten führen dieses Muster darauf zurück, dass die Unsicherheit nach Bekanntgabe der Ergebnisse nachlässt. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für künftige Erträge. Einige Strategen weisen darauf hin, dass die hohen Bewertungen im Jahr 2026 diese Erfolgsserie auf die Probe stellen könnten.
Die Märkte haben geteilte Machtverhältnisse zwischen den politischen Parteien häufig begrüßt, da politische Blockaden weitreichende Änderungen bei Steuern, Ausgaben und Regulierung weniger wahrscheinlich machen. Unter einem republikanischen Präsidenten hat sich der S&P 500 historisch gesehen in den Jahren nach Zwischenwahlen gut entwickelt, wenn diese zu unterschiedlichen Parteimehrheiten in den beiden Kongresskammern führten. Risiken bestehen in Fristen zur Sicherung der Staatsfinanzierung, Auseinandersetzungen um die Schuldenobergrenze und Untersuchungen des Kongresses, die die kurzfristige Volatilität erhöhen können.