
Das Währungspaar AUD/USD gewinnt im asiatischen Handel am Dienstag an Stärke und steigt auf knapp 0,7025. Unterstützung liefern die Erwartungen an einen restriktiven Zinskurs der Reserve Bank of Australia (RBA). Händler richten sich auf den am Mittwoch anstehenden australischen Verbraucherpreisbericht (CPI) für September ein, bevor die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren Zinsentscheid bekannt gibt.

Die RBA hob die Zinsen Ende September auf 4,6 % und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren an. Die stellvertretende RBA-Gouverneurin Sarah Hunter erklärte, die Notenbank sei mit der Inflationsbekämpfung „noch nicht ganz“ fertig. Damit signalisierte sie, dass bei der Sitzung der Währungshüter Anfang nächsten Monats weitere Zinserhöhungen wahrscheinlich sind.
„Das Direktorium hat in diesem Jahr vier Zinserhöhungen vorgenommen, um die Herausforderung der Inflation weiter anzugehen“, sagte Hunter. „Leider sind wir noch nicht ganz am Ziel.“ „Ich werde nicht vorwegnehmen, was das Direktorium bei den Zinsen tun oder lassen könnte. Ich weiß nur, dass es entschlossen ist, die Inflation zu bekämpfen und zu senken“, fügte Hunter hinzu.
Händler werden die australischen Inflationsdaten am Mittwoch auf weitere Hinweise zum Zinspfad prüfen. Erwartet wird, dass die Gesamtinflation im September bei 4,2 % gegenüber dem Vorjahr liegt, nach zuvor 4,0 %. Im Monatsvergleich dürfte die Verbraucherpreisinflation von 0,4 % im August auf 0,7 % im September steigen.
Im weiteren Tagesverlauf rückt die geldpolitische Sitzung der Fed in den Mittelpunkt. Volkswirte erwarten, dass die US-Notenbank den Zinssatz nach der Erhöhung im September unverändert lässt. Die Erwartungen an einen weiteren Zinsschritt nach oben bleiben jedoch hoch: Die Märkte preisen eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im Dezember ein.
Die Strategen der UOB Group halten an ihrer mittelfristig positiven Einschätzung für AUD/USD fest. Sie verweisen darauf, dass sie „am vergangenen Mittwoch (21. Oktober, Kassakurs bei 0,7005) zu einer positiven Einschätzung für den AUD übergegangen sind und darauf hingewiesen haben, dass der AUD ‚in Richtung 0,7035 steigen könnte‘“. Nachdem dieses erste Ziel erreicht worden war, ergänzen sie: „Nachdem der AUD die Marke von 0,7035 getestet hatte, betonten wir am Donnerstag (22. Oktober, Kassakurs bei 0,7025), dass der AUD ‚weiter zulegen könnte, auch wenn das nächste technische Kursziel bei 0,7070 möglicherweise noch nicht so bald in Reichweite kommt‘.“ UOB werde „an dieser Einschätzung festhalten, solange 0,6985 (unverändertes Niveau der ‚starken Unterstützung‘) nicht unterschritten wird“. Damit bekräftigt die Bank die Bedeutung von 0,6985 als entscheidende Marke auf der Unterseite, auf der ihre positive Einschätzung für die nächsten 1–3 Wochen beruht.
Die Rede von Fed-Chef Warsh erreicht im FXS Speechtracker 5,6 von 10 Punkten und fällt damit etwas weniger restriktiv aus als der historische Durchschnitt von 6,1 von 10 Punkten. Trotz seines Optimismus hinsichtlich des strukturellen Wachstums und eines Investitionsschubs spiegelt sie einen vorsichtigen, von Krisenerfahrungen geprägten Ton wider. Sein Eingeständnis, „von der globalen Finanzkrise übermäßig gezeichnet“ zu sein, unterstreicht seine Neigung zu erhöhter Wachsamkeit bei Finanzstabilität und Extremrisiken. Zugleich hebt Warsh die durch politische Maßnahmen gestützte Investitionsstärke hervor und lehnt es ab, den Sitzungen im Oktober und Dezember vorzugreifen. Damit bleibt der für den Dollar maßgebliche Zinspfad klar datenabhängig. Warsh betrachtet KI als kurzfristigen Nachfrageschock, als Instrument zur Verbesserung der Datenlage und der Geldpolitik sowie als potenziellen, aber in seiner Wirkung ungewissen Umbruchfaktor für die Beschäftigung. Das verleiht seinen Aussagen eine vorausschauende, risikobewusste Dimension, die die Märkte eher als Argument für ein schrittweises Vorgehen denn für eine aggressive Straffung verstehen dürften.
Der FXS Fed Sentiment Index blieb bei einer Veränderung von 0,00 Punkten auf einem weiterhin erhöhten Niveau von 127,51. Dies signalisiert, dass der geldpolitische Grundton trotz des etwas weniger restriktiven FXS-Speechtracker-Werts klar restriktiv bleibt. Da der Index deutlich über 100 liegt, tendiert die Fed weiterhin zu einer restriktiven geldpolitischen Ausrichtung. Die Aussagen zum Investitionsschub dürften zusammen mit den Hoffnungen auf KI-bedingte Produktivitätssteigerungen die Erwartungen aufrechterhalten, die den Dollar stützen. Dies gilt auch, während Warsh auf datenabhängige Entscheidungsmomente im späteren Jahresverlauf verweist, in denen sich das Bild konkretisieren wird.
Im Tageschart steht AUD/USD kurzfristig weiterhin unter Druck, da das Paar unter dem einfachen gleitenden 100-Tage-Durchschnitt (SMA) notiert. Dies begrenzt das übergeordnete Aufwärtspotenzial, obwohl der Relative-Stärke-Index (14) zuletzt bei 52 lag. Dieser Wert deutet eher auf eine Stabilisierung der Dynamik als auf ausgeprägte Stärke hin. Der Kurs liegt zudem unter dem oberen Bollinger-Band, hält sich jedoch über dem mittleren Band. Dies deutet auf eine Konsolidierung in der unteren Hälfte der jüngsten Volatilitätsspanne hin.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 100-Tage-SMA bei 0,7035, gefolgt vom oberen Bollinger-Band bei rund 0,7045, wo erneut Verkaufsinteresse aufkommen könnte. Auf der Unterseite bietet das mittlere Bollinger-Band nahe 0,6978 unmittelbare Unterstützung. Darunter liegt am unteren Band bei rund 0,6915 eine weitere Auffangzone, die zugleich die Untergrenze der aktuellen Handelsspanne markiert.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den australischen Dollar (AUD) ist das von der Reserve Bank of Australia (RBA) festgelegte Zinsniveau. Da Australien ein rohstoffreiches Land ist, spielt auch der Preis seines wichtigsten Exportguts, Eisenerz, eine zentrale Rolle. Weitere Faktoren sind die Verfassung der chinesischen Wirtschaft als größtem Handelspartner Australiens sowie die Inflation, das Wirtschaftswachstum und die Handelsbilanz Australiens. Auch die Marktstimmung ist von Bedeutung: Je nachdem, ob Anleger verstärkt in risikoreichere Anlagen investieren (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off), kann sich dies auf den AUD auswirken. Eine erhöhte Risikobereitschaft ist dabei positiv für den AUD.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den australischen Dollar (AUD), indem sie das Zinsniveau festlegt, zu dem sich australische Banken gegenseitig Geld leihen können. Dies wirkt sich auf das Zinsniveau in der gesamten Wirtschaft aus. Das Hauptziel der RBA ist es, durch Zinserhöhungen oder -senkungen eine stabile Inflationsrate von 2–3 % aufrechtzuerhalten. Im Vergleich zu anderen großen Zentralbanken relativ hohe Zinsen stützen den AUD, während relativ niedrige Zinsen den gegenteiligen Effekt haben. Die RBA kann die Kreditbedingungen auch durch quantitative Lockerung und Straffung beeinflussen. Erstere belastet den AUD, Letztere stützt ihn.
China ist Australiens größter Handelspartner. Daher hat die Verfassung der chinesischen Wirtschaft erheblichen Einfluss auf den Wert des australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, kauft China mehr Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen aus Australien. Dadurch steigt die Nachfrage nach dem AUD, was seinen Wert erhöht. Das Gegenteil ist der Fall, wenn die chinesische Wirtschaft nicht so schnell wächst wie erwartet. Positive oder negative Überraschungen bei den chinesischen Wachstumsdaten wirken sich daher häufig unmittelbar auf den australischen Dollar und seine Währungspaare aus.
Eisenerz ist Australiens wichtigstes Exportgut. Daten aus dem Jahr 2021 zufolge belaufen sich die jährlichen Ausfuhren auf 118 Milliarden US-Dollar, wobei China der wichtigste Abnehmer ist. Der Eisenerzpreis kann daher ein Kurstreiber für den australischen Dollar sein. Steigt der Eisenerzpreis, legt in der Regel auch der AUD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Bei fallenden Eisenerzpreisen gilt das Gegenteil. Höhere Eisenerzpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines australischen Handelsbilanzüberschusses, was ebenfalls positiv für den AUD ist.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Exporteinnahmen eines Landes und seinen Importausgaben, ist ein weiterer Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Produziert Australien stark nachgefragte Exportgüter, gewinnt seine Währung allein dadurch an Wert, dass die Nachfrage ausländischer Käufer nach diesen Exporten die australischen Ausgaben für Importe übersteigt. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher den AUD, während ein Handelsbilanzdefizit den gegenteiligen Effekt hat.