

Im europäischen Handel am Montag stiegen Dow-Jones-Futures um 0,32 % auf rund 52.560 Punkte und S&P-500-Futures um 0,14 % auf etwa 7.670 Punkte. Nasdaq-100-Futures gaben um 0,13 % auf rund 29.080 Punkte nach.
Gold sank am Montag im frühen asiatischen Handel auf rund 3.995 US-Dollar, unterschritt damit die Marke von 4.000 US-Dollar und blieb nahe seinem niedrigsten Stand seit Juli. Hohe Energiepreise und Inflationssorgen prägten das Umfeld im Vorfeld der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve.
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva setzte sich in der Stichwahl um das Präsidentenamt mit 51,8 % gegen Flávio Bolsonaro mit 48,2 % durch und machte damit seinen Rückstand aus dem ersten Wahlgang wett. Drei Wochen zuvor hatte Lula 45,1 % der Stimmen erhalten, Bolsonaro hingegen 47,0 %. Die Deutsche Bank bezeichnete das Ergebnis als den ersten Sieg eines im ersten Wahlgang zweitplatzierten Kandidaten seit der Rückkehr Brasiliens zu direkten Präsidentschaftswahlen im Jahr 1989.
Ein in Tokio notierter ETF auf brasilianische Aktien verlor laut Deutscher Bank im asiatischen Handel rund 15 %. Die Bank berichtete zudem, dass Derivate auf einen Rückgang des Real um rund 10 % hindeuteten; dabei handelte es sich nicht um eine bestätigte Bewegung am Kassamarkt.
Nach der Wahl steht Lula einem konservativeren Kongress gegenüber. Rechte und Mitte-rechts-Parteien erhöhten ihren Sitzanteil im Senat im ersten Wahlgang von 47 % auf 63 %, teilte die Deutsche Bank mit. Lula hat eine Anpassung der Staatsfinanzen versprochen, ohne deren Umsetzung näher zu erläutern. Sowohl die Deutsche Bank als auch Société Générale sehen in der Zusammensetzung des Kongresses eine Einschränkung für seine Gesetzesvorhaben und eine expansive Fiskalpolitik.
Bolsonaro ficht das Ergebnis laut Société Générale wegen einer Verlängerung der Wahlzeiten an. Die Bank verwies außerdem auf ungelöste Schuldenprobleme und die Schwierigkeiten, unter den neuen Mehrheitsverhältnissen im Kongress eine Haushaltskonsolidierung durchzusetzen.
Fed-Funds-Futures signalisierten laut Elias Haddad von Brown Brothers Harriman eine Wahrscheinlichkeit von 10 % für eine Zinserhöhung bei der Sitzung der Federal Reserve in dieser Woche. Eine Anhebung bei der Sitzung am 9. Dezember war dagegen nahezu vollständig eingepreist. Das aktuelle Zielband liegt nach einer Anhebung um 25 Basispunkte im September bei 3,75–4,00 %.
Haddad begründete seine Prognose eines unveränderten Leitzinses in dieser Woche mit den Aufrufen mehrerer maßgeblicher Fed-Vertreter zur Geduld. Zudem verwies er auf den zusammengesetzten Einkaufsmanagerindex für Oktober als Beleg für ein kräftiges Wachstum der Privatwirtschaft bei gleichzeitig stark steigenden Verkaufspreisen. Der US-Dollar-Index gab am Montag im asiatischen Handel nach.
Japanische Zinsswaps preisten laut Brown Brothers Harriman eine Wahrscheinlichkeit von 75 % für eine Anhebung des Leitzinses der Bank of Japan um 25 Basispunkte auf 1,50 % bei der Sitzung am 18. Dezember sowie eine Straffung um knapp 75 Basispunkte innerhalb der nächsten zwölf Monate ein.
Elias Haddad von Brown Brothers Harriman erwartet, dass die BoJ ihren Leitzins bei der bevorstehenden Sitzung bei 1,25 % belässt, während sie die Auswirkungen der Anhebung um 25 Basispunkte im September bewertet. Notenbankchef Kazuo Ueda warnte im September, dass rasche Zinserhöhungen die Vermögenspreise destabilisieren könnten. Zudem erklärte er, es könne einige Zeit dauern, bis sich bestätigen lasse, dass eine Inflation von 2 % fest verankert sei.
USD/JPY drehte nach einem anfänglichen Anstieg zu Beginn des Montagshandels ins Minus. Damit blieb der Yen gegenüber dem Dollar nahe einem Einmonatshoch.
Kanadische Zinsswaps preisten laut Brown Brothers Harriman eine Wahrscheinlichkeit von 85 % für eine Zinserhöhung der Bank of Canada in dieser Woche ein. Deren Stratege Elias Haddad erwartet eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,50 %, nachdem der Leitzins seit Dezember 2025 unverändert geblieben war.
Notenbankchef Tiff Macklem warnte kürzlich: „Das Risiko, dass sich die Inflation ausweitet und hartnäckiger wird, ist gestiegen.“ Die Gesamtinflationsrate auf Verbraucherebene lag im September bei 3,1 % gegenüber dem Vorjahr und damit über der Prognose der Zentralbank von 2,5 % für das dritte Quartal. Das reale BIP wuchs im zweiten Quartal mit einer annualisierten Rate von 3,3 %, verglichen mit der Prognose der Zentralbank von 2,5 %.
Der Durchschnitt der Inflationsmaße CPI-Trim und CPI-Median lag im September bei 1,85 % gegenüber dem Vorjahr und damit leicht unter der Prognose der Zentralbank von 2,0 % für das dritte Quartal. Brown Brothers Harriman verwies zudem auf gestiegene Inflationserwartungen der Unternehmen für die kommenden ein und zwei Jahre.
WTI-Rohöl-Futures an der NYMEX gaben am Montag von einem Fünfmonatshoch bei 103,28 US-Dollar in Richtung 100 US-Dollar nach. Zuvor hatte der Ölpreis im asiatischen Handel bei rund 101,10 US-Dollar gelegen, nachdem er in der vorangegangenen Handelssitzung um mehr als 4 % gestiegen war.
US-Präsident Donald Trump schloss am Sonntag unmittelbare Militärmaßnahmen gegen den Iran aus und erklärte laut Al Jazeera: „Heute wird es keinen Angriff geben.“ Der Rückgang des Ölpreises erfolgte zudem im Vorfeld geldpolitischer Bekanntgaben mehrerer großer Zentralbanken.
China wandte sich gegen einen Vorschlag des US-Finanzministeriums, die Beschränkungen für US-Investitionen in China unter anderem auf die Biotechnologie auszuweiten und zu verschärfen. Ein chinesischer Regierungsvertreter erklärte laut Bloomberg, Peking lehne den Vorschlag „entschieden ab“.
Der Regierungsvertreter bezeichnete die vorgeschlagenen Beschränkungen als diskriminierend und als „ein typisches Beispiel für eine übermäßig weit gefasste Anwendung nationaler Sicherheitsbedenken“. Bei den Maßnahmen handelte es sich weiterhin um einen Vorschlag und nicht um eine bereits bekannt gegebene endgültige Regelung.
Die Huthi im Jemen erklärten am Sonntag laut Reuters, sie würden ihre Angriffe auf den König-Khalid-Flughafen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad fortsetzen. Die Erklärung erfolgte wenige Stunden, nachdem das Königreich bekannt gegeben hatte, dass der Flugbetrieb trotz wiederholter Huthi-Angriffe wieder aufgenommen worden sei.