
Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des US-Arbeitsministeriums (DOL) sank die Zahl der US-Bürger, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragten, in der Woche bis zum 24. Oktober auf 194.000. Der jüngste Wert lag unter den ursprünglichen Schätzungen von 199.000 sowie unter dem Vorwochenwert von 195.000, der von 194.000 nach oben revidiert wurde.
Zudem sank der gleitende Vierwochendurchschnitt gegenüber dem revidierten Vorwochenwert von 198.000 um 1.250 auf 196.750.

Dem Bericht zufolge ging auch die Zahl der Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis zum 17. Oktober um 21.000 auf 1,701 Millionen zurück.
Der US-Dollar gewinnt am Donnerstag wieder an Aufwärtsdynamik und macht einen Teil der Verluste vom Vortag wett. Der US-Dollar-Index (DXY) notiert mit leichten Gewinnen oberhalb von 102,00.
Die Lage am Arbeitsmarkt ist ein wesentliches Kriterium zur Beurteilung der wirtschaftlichen Verfassung eines Landes und damit ein wichtiger Einflussfaktor für die Bewertung seiner Währung. Eine hohe Beschäftigung beziehungsweise eine niedrige Arbeitslosigkeit wirkt sich positiv auf die Konsumausgaben und damit auf das Wirtschaftswachstum aus, was den Wert der heimischen Währung stärkt. Zudem kann ein sehr angespannter Arbeitsmarkt – also eine Situation, in der Arbeitskräfte zur Besetzung offener Stellen fehlen – auch Auswirkungen auf die Inflation und damit auf die Geldpolitik haben, da ein geringes Arbeitskräfteangebot bei hoher Nachfrage zu höheren Löhnen führt.
Das Tempo, mit dem die Löhne und Gehälter in einer Volkswirtschaft steigen, ist für die geldpolitischen Entscheidungsträger von zentraler Bedeutung. Ein starkes Lohnwachstum bedeutet, dass den privaten Haushalten mehr Geld für Ausgaben zur Verfügung steht, was in der Regel zu höheren Preisen für Konsumgüter führt. Im Gegensatz zu volatileren Inflationstreibern wie den Energiepreisen gilt das Lohnwachstum als wesentlicher Bestandteil des zugrunde liegenden und anhaltenden Preisdrucks, da Lohnerhöhungen kaum rückgängig gemacht werden dürften. Zentralbanken weltweit verfolgen die Lohnwachstumsdaten bei ihren geldpolitischen Entscheidungen daher sehr genau.
Welches Gewicht eine Zentralbank der Arbeitsmarktlage beimisst, hängt von ihren Zielen ab. Einige Zentralbanken haben neben der Kontrolle der Inflation ausdrücklich auch einen arbeitsmarktbezogenen Auftrag. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Mandat, einen möglichst hohen Beschäftigungsstand und stabile Preise zu fördern. Das alleinige Mandat der Europäischen Zentralbank (EZB) besteht dagegen darin, die Inflation unter Kontrolle zu halten. Unabhängig von ihrem jeweiligen Mandat ist die Arbeitsmarktlage für geldpolitische Entscheidungsträger jedoch ein wichtiger Faktor, da sie als Gradmesser für die wirtschaftliche Verfassung dient und in direktem Zusammenhang mit der Inflation steht.