
USD/CHF hat seine Gewinne vom Vortag wieder abgegeben und notiert am Mittwoch im asiatischen Handel bei rund 0,8170. Das Währungspaar steht angesichts eines schwächeren US-Dollars (USD) unter Abwärtsdruck. Der Rückgang folgt auf die Zwischenwahlen am Dienstag, bei denen die US-Bürger über die Mehrheitsverhältnisse im Kongress für die verbleibenden zwei Jahre der Amtszeit von Präsident Donald Trump abstimmten. Nachdem die Demokraten den Republikanern die Mehrheit im Repräsentantenhaus abgenommen haben, rechnen die Märkte mit möglichen Veränderungen in der Führung des Kongresses und neuer Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Fiskalpolitik. Laut Live-Daten von Decision Desk HQ stehen die Ergebnisse für 253 der 435 Sitze im Repräsentantenhaus fest. Im Rennen um die für eine Mehrheit erforderlichen 218 Sitze kommen die Demokraten auf 152 und die Republikaner auf 101 Sitze.

Neben den politischen Entwicklungen beobachten die Finanzmärkte aufmerksam die geopolitischen Spannungen und geldpolitischen Signale. Händler wägen ab, ob Präsident Trump angesichts der weiterhin festgefahrenen diplomatischen Bemühungen die Militärschläge gegen den Iran wieder aufnehmen wird. Nach Berichten über US-Luftangriffe auf die iranische Insel Qeschm prüfen sowohl Washington als auch Teheran derzeit Vorschläge von Vermittlern. Obwohl niedrigere Energiekosten die Erwartungen an eine aggressive geldpolitische Straffung dämpfen könnten, zeigt das CME FedWatch Tool, dass die Märkte weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von 79 % für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember einpreisen.
Zusätzlichen Druck auf USD/CHF übt die Stärke des Schweizer Frankens (CHF) aus, der nach den jüngsten Inflationsdaten Unterstützung aus dem Inland erhält. Vor allem aufgrund steigender Kosten für importierte Energie kletterte die Inflation in der Schweiz im Oktober auf 1,5 % und damit auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Obwohl dieser Wert weiterhin innerhalb des Zielkorridors der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 0 % bis 2 % liegt, hat die plötzliche Beschleunigung die Marktteilnehmer dazu veranlasst, eine frühere Zinserhöhung einzupreisen. Inzwischen wird ein solcher Schritt für Anfang 2027 erwartet.
Die Strategen der UOB Group weisen darauf hin, dass die jüngste Volatilität bei USD/CHF angehalten hat: „Der USD fiel anschließend auf ein Tief von 0,8148 und erholte sich dann rasch auf einen Schlusskurs von 0,8206 (+0,27 %).“ Sie ergänzen, der Dollar sei „heute weiter gefallen und könnte unter 0,8140 sinken. Allerdings ist unklar, ob er sich unterhalb dieses Niveaus halten kann“. Dies unterstreicht die anhaltende Unsicherheit darüber, ob sich das Währungspaar dauerhaft unter der wichtigen Unterstützung etablieren kann.
Der Schweizer Franken (CHF) ist die offizielle Währung der Schweiz. Er gehört zu den zehn meistgehandelten Währungen weltweit, wobei sein Handelsvolumen die Wirtschaftsleistung der Schweiz deutlich übersteigt. Sein Wert wird unter anderem von der allgemeinen Marktstimmung, der wirtschaftlichen Lage des Landes und den Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bestimmt. Zwischen 2011 und 2015 war der Schweizer Franken an den Euro (EUR) gebunden. Diese Bindung wurde abrupt aufgehoben, woraufhin der Franken um mehr als 20 % aufwertete und es an den Märkten zu Turbulenzen kam. Obwohl die Bindung nicht mehr besteht, entwickelt sich der CHF aufgrund der starken Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft vom benachbarten Euroraum tendenziell eng im Gleichlauf mit dem Euro.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt als sicherer Hafen, also als eine Währung, die Anleger in Zeiten angespannter Märkte bevorzugt kaufen. Dies liegt am internationalen Ansehen der Schweiz: Eine stabile Wirtschaft, ein starker Exportsektor, hohe Zentralbankreserven und eine langjährige Politik der Neutralität in globalen Konflikten machen die Landeswährung zu einer attraktiven Wahl für Anleger, die Risiken meiden möchten. In turbulenten Zeiten dürfte der CHF gegenüber anderen Währungen aufwerten, deren Anlagen als risikoreicher gelten.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) entscheidet viermal im Jahr über ihre Geldpolitik, also einmal pro Quartal und damit seltener als andere große Zentralbanken. Sie strebt eine jährliche Inflationsrate von weniger als 2 % an. Liegt die Inflation über dem Zielwert oder wird dies für die absehbare Zukunft erwartet, versucht die SNB, den Preisanstieg durch eine Anhebung ihres Leitzinses einzudämmen. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie zu höheren Renditen führen und das Land für Anleger attraktiver machen. Niedrigere Zinsen hingegen schwächen den CHF tendenziell.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten aus der Schweiz ist entscheidend für die Beurteilung der Wirtschaftslage und kann die Bewertung des Schweizer Frankens (CHF) beeinflussen. Die Schweizer Wirtschaft ist insgesamt stabil. Plötzliche Veränderungen beim Wirtschaftswachstum, bei der Inflation, der Leistungsbilanz oder den Währungsreserven der Zentralbank können jedoch Kursbewegungen beim CHF auslösen. Im Allgemeinen wirken sich ein hohes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Arbeitslosigkeit und großes Vertrauen positiv auf den CHF aus. Deuten die Wirtschaftsdaten dagegen auf eine nachlassende Dynamik hin, dürfte der CHF abwerten.
Als kleine, offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Verfassung der benachbarten Länder des Euroraums abhängig. Die Europäische Union insgesamt ist der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz und ein bedeutender politischer Verbündeter. Daher ist die makroökonomische und geldpolitische Stabilität im Euroraum für die Schweiz und damit auch für den Schweizer Franken (CHF) von zentraler Bedeutung. Aufgrund dieser Abhängigkeit legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der Entwicklung des Euro (EUR) und jener des CHF mehr als 90 % beträgt und somit nahezu perfekt ist.