Indonesische Rupiah legt zu, da Aussicht auf Zinspause der Fed den US-Dollar belastet

  • Indonesische Behördenvertreter drängen auf eine umgehende Klärung durch MSCI, nachdem eine Neueinstufung des Marktes als eigenständiger Markt angedroht wurde.
  • Der US-Dollar gab nach, da Händler ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank in diesem Monat deutlich zurückschraubten.
  • Die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für unveränderte Leitzinsen der Fed ist auf nahezu 84 % gestiegen.

USD/IDR gibt nach den moderaten Gewinnen des Vortages leicht nach und notiert am Montag im asiatischen Handel bei rund 18.080. Indonesische Marktteilnehmer bewerten die Lage, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass sich lokale Behördenvertreter am Montag mit Führungskräften von MSCI Inc. treffen wollen.

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Berichten zufolge wurden die Aufsichtsbehörden von der Drohung des Indexanbieters überrascht, Indonesien als eigenständigen Markt einzustufen. Dies wäre ein deutlich härterer Schritt als das, was nach Einschätzung der Behördenvertreter während der monatelangen vorherigen Verhandlungen zur Debatte gestanden hatte. Nach einer nicht öffentlichen Unterrichtung am Sonntag hieß es aus informierten Kreisen, Vertreter der Finanzaufsichtsbehörde und der indonesischen Börse wollten klären, warum MSCI einen möglichen Status als eigenständiger Markt ins Spiel gebracht und das Konsultationsverfahren früher als zur erwarteten Überprüfung im November eingeleitet habe.

Unterdessen bleibt das Währungspaar USD/IDR im Minus, da der US-Dollar (USD) durch nachlassende Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Oktober unter Druck steht. Die Stimmung gegenüber dem Greenback trübte sich ein, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag bei einer Veranstaltung des Internationalen Währungsfonds erklärt hatte, er greife geldpolitischen Entscheidungen nicht vor. Damit erhielten die Märkte vor der Notenbanksitzung am 27. und 28. Oktober keine klare Orientierung.

Infolgedessen sind die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed stark gesunken. Daten des CME FedWatch Tool zeigen, dass Händler inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 83,9 % dafür einpreisen, dass die Notenbank die Zinsen im weiteren Monatsverlauf unverändert lässt. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber der vor einem Monat geschätzten Wahrscheinlichkeit von 49 %.

Dollarindex weitet Verluste aus: Scotiabank sieht vorerst kaum Unterstützung

Die Strategen der Scotiabank verweisen auf das sich verschlechternde technische Bild für den USD. Sie stellen fest, dass sich „die Abwärtsbewegung nach dem Bruch der Marke von 102 fortsetzt“, und warnen, sie sähen „oberhalb von 101 kaum Unterstützung“. Dies untermauert ihre Einschätzung, dass der Dollarindex anfällig bleibt, während er sich allmählich der nächsten wichtigen Unterstützungszone nähert.

Häufig gestellte Fragen zur Risikostimmung

Im Finanzjargon bezeichnen die beiden häufig verwendeten Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ das Maß an Risiko, das Anleger im jeweiligen Zeitraum einzugehen bereit sind. In einem „Risk-on“-Umfeld blicken Anleger optimistisch in die Zukunft und sind eher bereit, risikoreiche Vermögenswerte zu kaufen. In einem „Risk-off“-Umfeld gehen Anleger zunehmend auf Nummer sicher, weil sie sich Sorgen um die Zukunft machen. Sie kaufen daher risikoärmere Vermögenswerte, die mit größerer Sicherheit eine Rendite abwerfen, auch wenn diese vergleichsweise bescheiden ausfällt.

In „Risk-on“-Phasen steigen typischerweise die Aktienmärkte. Auch die meisten Rohstoffe – mit Ausnahme von Gold – gewinnen an Wert, da sie von positiven Wachstumsaussichten profitieren. Die Währungen bedeutender Rohstoffexportländer werten aufgrund der höheren Nachfrage auf, und Kryptowährungen legen zu. In einem „Risk-off“-Umfeld steigen die Anleihekurse – insbesondere die Kurse wichtiger Staatsanleihen –, Gold glänzt, und als sichere Häfen geltende Währungen wie der japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar profitieren.

Der australische Dollar (AUD), der kanadische Dollar (CAD), der neuseeländische Dollar (NZD) sowie weniger stark gehandelte Währungen wie der Rubel (RUB) und der südafrikanische Rand (ZAR) werten in einem „Risk-on“-Umfeld tendenziell auf. Dies liegt daran, dass das Wachstum der jeweiligen Volkswirtschaften stark von Rohstoffexporten abhängt und die Rohstoffpreise in „Risk-on“-Phasen meist steigen. Denn Anleger rechnen damit, dass eine stärkere Wirtschaftsaktivität künftig zu einer höheren Nachfrage nach Rohstoffen führt.

Zu den wichtigsten Währungen, die in „Risk-off“-Phasen tendenziell aufwerten, gehören der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert von seiner Rolle als weltweite Reservewährung und davon, dass Anleger in Krisenzeiten US-Staatsanleihen kaufen. Diese gelten als sicher, weil ein Zahlungsausfall der größten Volkswirtschaft der Welt als unwahrscheinlich gilt. Der Yen profitiert von einer erhöhten Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen, da ein großer Teil davon von inländischen Anlegern gehalten wird, die sie selbst in einer Krise voraussichtlich nicht in großem Umfang abstoßen. Der Schweizer Franken profitiert davon, dass die strengen Schweizer Bankgesetze Anlegern einen erhöhten Kapitalschutz bieten.