Britisches Pfund gibt weiter nach, US-Dollar legt zu – Fed im Fokus

  • GBP/USD fällt von den Vorwochenhochs nahe 1,3420 unter 1,3350.
  • Der US-Dollar legt bei ruhigem Marktgeschehen leicht zu, da Händler vor dem Fed-Entscheid ihre USD-Short-Positionen reduzieren.
  • Es wird allgemein erwartet, dass die BoE Anfang November die Zinsen anhebt, was Kursrückgänge beim Pfund begrenzen dürfte.

Das britische Pfund (GBP) setzt seinen Rückzug von den in der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar (USD) erreichten Fünfwochenhochs fort, da Anleger vor der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch ihre USD-Short-Positionen reduzieren. Das Währungspaar GBP/USD erreicht am Montag Tagestiefs knapp unter 1,3350 und liegt damit rund 0,5 % unter dem Höchststand der vergangenen Woche von 1,3419.

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Die Marktvolatilität bleibt auf einem relativ niedrigen Niveau, da Händler vor den geldpolitischen Entscheidungen der Fed und anderer Zentralbanken im weiteren Wochenverlauf abwarten. Der US-Dollar zeigt sich dabei etwas fester als in den Vorwochen.

Kurzfristige geldpolitische Divergenz zwischen Fed und BoE stützt das Pfund

Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik am Mittwoch unverändert lässt. Die Entscheidungsträger der Fed haben um etwas mehr Zeit gebeten, um die Auswirkungen der Zinserhöhung vom September zu beurteilen, bevor sie die Geldpolitik weiter straffen. Dies hat Anleger dazu veranlasst, ihre Hoffnungen auf unmittelbar aufeinanderfolgende Zinserhöhungen aufzugeben.

Die Erwartungen einer Zinserhöhung im Dezember bleiben jedoch hoch: An den Terminmärkten wird eine Wahrscheinlichkeit von 80 % für eine Anhebung um mindestens einen Viertelprozentpunkt eingepreist. Vor diesem Hintergrund dürften Händler die am Donnerstag anstehenden Septemberzahlen zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) sehr genau verfolgen, um diese Hoffnungen bestätigt zu sehen.

Die Bank of England (BoE) tagt nächste Woche, und die Märkte preisen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte nahezu vollständig ein. Die jüngsten Konjunkturdaten, insbesondere das unerwartete Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der über den Erwartungen liegende Verbraucherpreisindex (CPI) für September, bieten ideale Voraussetzungen für eine gewisse geldpolitische Straffung. Dies dürfte Rücksetzer beim Pfund begrenzen.

Analysten von Societe Generale weisen darauf hin, dass GBP/USD „unter den Fünfwochenhochs liegt, diese Woche aber um 0,5 % zugelegt hat, nach 0,7 % in der Vorwoche, ein untypischer Verlauf im Vorfeld der Haushaltsvorlage“. Zugleich stellen sie fest, dass eine „Zinserhöhung der BoE im November [als] ausgemacht gilt“.

„Die beiden Aufwärtsüberraschungen bei der Verbraucherpreisinflation und der am Erzeugerpreisindex (PPI) gemessenen Inflation der Absatzpreise sowie die stärkeren Lohndaten (...) werden den geldpolitischen Ausschuss (MPC) auf das aufkommende Risiko von Zweitrundeneffekten aufmerksam machen und bei der nächsten Sitzung in zwei Wochen mit ziemlicher Sicherheit eine restriktive Reaktion bei den Zinsen auslösen“, schreibt die Bank in einer Mitteilung.