WTI fällt auf knapp 97,50 US-Dollar, da die USA Sanktionen gegen russisches Öl aussetzen

  • WTI gab nach, da die USA Sanktionen gegen Russland aussetzen, um das weltweite Ölangebot zu erhöhen.
  • Eskalierende Kämpfe und Angriffe auf Tanker nahe der Straße von Hormus halten die Versorgungsrisiken hoch.
  • Ukrainische Drohnenangriffe auf die russische Ölinfrastruktur in St. Petersburg sorgen für zusätzliche Unsicherheit am Markt.

Der Preis für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) gibt nach sieben Tagen mit Kursgewinnen nach und notiert am Montag im asiatischen Handel bei rund 97,40 je Barrel. Die Rohölpreise sanken nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, wichtige Sanktionen und Zölle gegen Russland auszusetzen. Dieser Schritt dürfte die russischen Kraftstoffexporte ankurbeln. Die am Freitag unterzeichnete Verfügung setzte Beschränkungen im Rahmen des Graham Act aus. Trump hatte dieses Gesetz erst im vergangenen Monat auf Druck von Abgeordneten unterzeichnet, die Moskau wegen seines Krieges in der Ukraine bestrafen wollten. Außenminister Marco Rubio erklärte, der Präsident werde sich bis zu 60 Tage Zeit nehmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Ausnahmeregelung zu bewerten.

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Die Türkei soll einen Teil des Diesels abnehmen, den Russland im Rahmen seines Abkommens mit den USA auf den Weltmarkt bringt. Der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar bezeichnete die Vereinbarung als entscheidend für die nationale Energiesicherheit. Er wies darauf hin, dass Ankara zwar derzeit stark von Russland, dem Iran und Aserbaidschan abhängig sei, aber weiterhin durch neue Partnerschaften mit den USA und anderen Ländern eine Diversifizierung anstrebe.

Trotz des anfänglichen Preisrückgangs könnten sich die Rohölmärkte bald erholen, da eskalierende Konflikte im Nahen Osten und in Osteuropa weiterhin erhebliche Versorgungsrisiken bergen. Im Nahen Osten halten die heftigen Feindseligkeiten zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen an. Dies verdeutlichen der jüngste Absturz eines saudischen Hubschraubers nahe der Grenze zum Jemen sowie Huthi-Angriffe auf Yanbu, einen wichtigen Ölexportstandort. Zudem wurden am Wochenende drei Tanker in der Straße von Hormus beschädigt, während die Marine der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) bekräftigte, dass die wichtige Transportroute für nicht genehmigten Schiffsverkehr gesperrt bleibe.

Unterdessen führten ukrainische Streitkräfte in Osteuropa einen der größten Luftangriffe des Krieges durch und setzten dabei mehr als 1.000 Drohnen gegen Ziele in Russland ein. Die Angriffe lösten am Sonntag Großbrände an einem Ölexportterminal und einem Lagerdepot in St. Petersburg aus und verstärkten damit die Unsicherheit über die weltweite Versorgung.

Häufig gestellte Fragen zu WTI-Rohöl

WTI ist eine Rohölsorte, die an internationalen Märkten gehandelt wird. WTI steht für West Texas Intermediate und gehört neben Brent und Dubai Crude zu den drei wichtigsten Rohölsorten. Wegen seiner relativ geringen Dichte und seines niedrigen Schwefelgehalts wird WTI auch als „leicht“ und „süß“ bezeichnet. Es gilt als hochwertiges Öl, das sich leicht raffinieren lässt. Es wird in den Vereinigten Staaten gefördert und über den Umschlagplatz Cushing vertrieben, der als „Pipeline-Kreuzung der Welt“ gilt. WTI dient als Referenz für den Ölmarkt, und sein Preis wird häufig in den Medien genannt.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die wichtigsten Einflussfaktoren für den Preis von WTI-Rohöl. So kann das weltweite Wirtschaftswachstum die Nachfrage ankurbeln, während ein schwaches globales Wachstum den gegenteiligen Effekt haben kann. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und sich auf die Preise auswirken. Die Entscheidungen der OPEC, eines Zusammenschlusses wichtiger Ölförderländer, sind ein weiterer wesentlicher Preisfaktor. Auch der Wert des US-Dollars beeinflusst den Preis von WTI-Rohöl, da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird. Ein schwächerer US-Dollar kann Öl daher erschwinglicher machen und umgekehrt.

Die wöchentlichen Berichte zu den Öllagerbeständen des American Petroleum Institute (API) und der US-Energiebehörde EIA beeinflussen den Preis von WTI-Rohöl. Veränderungen der Lagerbestände spiegeln Schwankungen bei Angebot und Nachfrage wider. Zeigen die Daten einen Rückgang der Bestände, kann dies auf eine gestiegene Nachfrage hindeuten und den Ölpreis steigen lassen. Höhere Bestände können ein größeres Angebot widerspiegeln und die Preise drücken. Der API-Bericht wird jeden Dienstag veröffentlicht, der EIA-Bericht einen Tag später. Die Ergebnisse sind in der Regel ähnlich: In 75 % der Fälle weichen sie um höchstens 1 % voneinander ab. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da die EIA eine staatliche Behörde ist.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist ein Zusammenschluss von zwölf Ölförderländern, die bei zweimal jährlich stattfindenden Treffen gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise von WTI-Rohöl aus. Wenn die OPEC beschließt, die Quoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise steigen lassen. Erhöht die OPEC die Förderung, hat dies den gegenteiligen Effekt. OPEC+ bezeichnet einen erweiterten Zusammenschluss, dem zehn weitere Länder angehören, die keine OPEC-Mitglieder sind. Das bedeutendste unter ihnen ist Russland.